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Erfinder Und Erfindungen / Erfinden Lernen / Triz Methode

TRIZ ist das russische Akronym für "теория решения изобретательских задач" (Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz), was sinngemäß übersetzt bedeutet: "Theorie des erfinderischen Problemlösens" oder "Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme".

Die Methode wurde von dem russischen Ingenieur und Erfinder Genrich Saulowitsch Altschuller (1926 - 1998) entwickelt. Er begann mit der Entwicklung im Jahre 1946 und wertete im Laufe der Zeit zusammen mit anderen über 200.000 Patentschriften aus und erkannte dabei drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten:

1. Einer großen Anzahl von Erfindungen liegt eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde.

2. Erst das Überwinden von Widersprüchen macht innovative Entwicklungen möglich.

3. Die Evolution technischer Systeme folgt bestimmten Mustern und Gesetzen.


Mit 14 Jahren machte Altschuller seine erste Erfindung, doch nach seinen eigenen Worten wurde ihm erst richtig bewußt, was es bedeutet ein Erfinder zu sein, als er Student in den ersten Semestern war. In dem Viertel der Stadt, in der er in Russland lebte war der Transformator der Stromversorgung ausgefallen. Für die Reparatur musste der Trafo von seinem Sockel, auf dem er wie ein Denkmal thronte herab geholt werden. Alle warteten auf einen Kran, doch der Kran liess auf sich warten. Ein Tag verging, ohne Kran, kein Strom, ein weiterer Tag, nichts .... Die Menschen wurden míßmutig, trauten sich aber nichts zu sagen, denn es war noch die Zeit des finsteren Stalin und jede Unmutsäußerung konnte viele Jahre Zwangsarbeit oder den Tod bringen.

Am dritten Tag kam ein kleiner unscheinbarer Mann, der sonst nie etwas sagte, er war Buchhalter und sagte er könne das Problem lösen, wenn man ihm nur genug Eis geben würde.

Wie hat er das Problem gelöst ????

Wenn du die Lösung gefunden hast, darfst du sie gerne hierhin oder auf eine neue Seite ProblemLösungen schreiben.


Altschuller hat mit der Entwicklung seiner Methode der ganzen Welt bewiesen, daß fast alle Menschen ihre Geisteskräfte ungenutzt lassen. Das was man früher als die Gabe einzelner Menschen angesehen hat, ist mit seiner Methode erlernbar geworden. Die Triz-Methode ist heute von der Wissenschaft und der Industrie auf der ganzen Welt als ein sehr wertvolles Werkzeug anerkannt und wird erfolgreich in vielen Universitäten und Unternehmen gelehrt und angewandt. Die Regeln der Methode sind so allgemein, daß sie nicht nur für die Lösung technischer Probleme, sondern auch für andere Bereiche anwendbar sind.

Wesentliches Grundelement ist das Auffinden von technischen, physikalischen und allgemeinen Widersprüchen. Als Beispiel: ein Widerspruch, den es fast bei jeder Entwicklung eines technischen Systems gibt. Eine wirklich gute Lösung ist zu teuer und der Preis wird von den Kunden nicht akzeptiert. Oder die Leistungssteigerung eines Motors führt zu einem größeren Volumen, einem höheren Gewicht und einem erhöhten Treibstoffverbrauch. Mit der Triz-Methode ist es möglich solche Widersprüche aufzulösen und zu verblüffenden neuen, eben erfinderischen Lösungen zu kommen.

Die Methode zu erlernen ist jedoch nicht so ganz einfach und erfordert einige Zeit (> 120 h) und eine entsprechende Bereitschaft. Deshalb engagieren viele Firmen ausgebildete Berater, um die Mitarbeiter zu unterrichten und bei der Anwendung der Methode anzuleiten. Es wäre wünschenswert die Triz-Methode bereits in Schulen zu lehren, um das kreative Potential der Kinder und Jugendlichen zu wecken.


Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind viele Methoden zur Ideenfindung und KreativitätsTechniken entwickelt worden. TRIZ unterscheidet sich jedoch von diesen grundlegend, wie in der folgenden Graphik dargestellt ist. Es bedeutet jedoch nicht, daß diese Methoden durch TRIZ überflüssig geworden sind. Sie können sehr gut ergänzend eingesetzt werden, um z.B. in einem Brainstorming oder verwandten Methoden neue Ideen zu generieren oder in einem Morphologischen Kasten alle Realisierungsmöglichkeiten einer Idee systematisch zu erfassen. Doch unzweifelhaft ist TRIZ das mächtigste aller dieser Werkzeuge oder Denkzeuge, wie manche sie auch bezeichnen.

Doch um eines gleich klar zu stellen, auch TRIZ liefert keine fertigen Lösungen, sondern Lösungsprinzipien aus denen der Anwender die spezielle Lösung für sein Problem finden muß. Oft ergeben sich aus der Kombination mehrerer Lösungsprinzipien die Problemlösungen. So wie ein Fachmann, ein Handwerker mit gutem Handwerkszeug gute Arbeitsleistungen erbringt, so kann ein Denker, Erfinder mit den TRIZ Denkzeugen gute Problemlösungen erarbeiten. So wie man ein Handwerk erlernen kann, kann man jetzt das kreative Denken erlernen. TRIZ ist kein NürnbergerTrichter?.




 
(C) die jeweiligen Autoren last change: 13. September 2006