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Projekte G4c / Projektablauf / Siebter Tag

"Blinde Kuh"
Essen ohne Licht

  • Konzept, Ziel
Unser Ziel war es nach dem Vorbild des Restaurants „Blinde Kuh“ in Zürich ein Mittagsessen in vollkommener Dunkelheit auszurichten. Die Blinde Kuh ist ein Restaurant in Zürich welches von Blinden und Sehbehinderten geführt wird. Herr Auer stellte uns freundlicherweise einen winzigen Kellerraum im Schulhaus zur Verfügung den wir ausräumten und mit Tischen und Stühlen möblierten. Was für ein hässlicher Essraum... Serviert wurde ein edler Dreigänger, bestehend aus Salat, Kartoffelstock mit Brätkügeli an einer weissen Sauce und als Dessert Vanille- und Schoko-Crème. (Miriam & Danny)

  • Eindrücke aus dem Kuhmagen
Ich habe es noch nie erlebt, dass ich für eine ganze Stunde so gut wie gar nichts gesehen habe. Dies war sehr ungewohnt und nach einer Weile kam die Frage auf, ob man die Augen geöffnet oder geschlossen habe. Wir stellten fest, dass alle die Augen geöffnet, ja sogar aufgesperrt hatten! Die Augen suchten ständig nach Licht und sobald man Licht erblickte schaute man automatisch hin, ob man nun wollte oder nicht. Meinen Blick konnte und wollte ich natürlich auch nicht von unserer Bediehnung lassen, wenn sie (die Bedienung) den Raum, umhüllt von einem blassen Lichtschimmer, betrat. S'isch super gsi!(Michael)

Eindrücklich sich einmal wie ein Blinder zu fühlen und nichts zu sehen, nicht einmal Umrisse, einfach nur schwarz. Oder es stellte sich die Frage was wir sehen, wenn es stockdunkel ist!? Interessant fand ich auch, dass ich das Zeitgefühl total verloren habe und die Stunde die wir in der „Blinden Kuh“ verbracht haben rasant verging, aber trotzdem eine knappe Stunde war. (Nora)

Diese eine Stunde in praktisch vollkommener Dunkelheit war ein sehr eindrückliches Erlebnis. Es zeigte mir, wie schwierig es ist auch nur eine einzige Stunde auf das Licht verzichten zu müssen. Zudem stellte ich fest, dass diese Dunkelheit sehr beklemmend auf mich wirkte. (Stefan)

Wäre das Essen nicht dermassen feinschmeckend gewesen, hätte ich während dieser Zeit nicht so ruhig auf meinem engen Plätzchen sitzen bleiben können. Unerwartete Dinge des Essens in der Dunkelheit waren Kribbeln, Tendenz zu lautem Sprechen, keine grossen Schwierigkeiten beim. Essen und vor allem Müdigkeit. (Luger, Simon Luger)

Essen ohne etwas zu sehen, war eine sehr spezielle Erfahrung. Man wusste nicht auf was für einem Tisch auf was für einem Stuhl und nicht einmal in welchem Raum man sass. Beim Essen selbst, hatte ich, gegen meine Erwartungen, keine grosse Probleme. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass alle anderen Sinne stärker ausgeprägt sind als sonst. Ein riesen Kompliment an Miriam und Danny!!!!! (Carla)

Es ist interessant wie schnell die Zeit in einem stockfinsteren Raum vergeht. Man konzentriert sich plötzlich viel mehr aufs Hören und schmecken. Hiermit ein Kompliment an die Kochenden, das Essen war hervorragend! (Fabian)

Mir fiel vor allem auf, wie hastig ich zu essen begann. Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, möglichst schnell fertig zu werden. Man begann, sich viel mehr auf den Geruchssinn zu konzentrieren- sobald Danny mit dem Essen den Raum betrat, versuchte man, das fehlende Wahrnehmen durch die Augen mit der Nase zu kompensieren. Sich zu unterhalten gestaltete sich schwierig, da man z.B. nicht erkennen konnte, in welche Richtung man sich wenden sollte um mit der entsprechenden Person zu reden. Das Essen schmeckte sehr gut! (Isabelle)

Ein dunkles „Kellergewölbe“, zwei Tische ein exzellentes Mittagsmahl( Kompliment an das Küchenteam)- eine ungewohnte Kombination. Es war eine sehr interessante Erfahrung in völliger Dunkelheit zu speisen. Die Zeitwahrnehmung und das Zusammenspiel der Sinne veränderten sich drastisch, niveaulose Witze und lustiges Gegröle sorgten für Unterhaltung. Merci. (Florian)

Es war toll wiedereinmal unbeobachtet das Mittagessen verspeisen zu können! Allerdings war dies auch mit grossen Anstrengungen verbunden. Die Orientierung erfolgte bei mir hauptsächlich über den Tastsinn. Das Gehör war natürlich auch beteiligt. Vom Geschmacks- und Geruchssinn war ich im nachhinein etwas enttäuscht, denn damit habe ich nicht so intensiv wahrgenommen. Gut war das Essen aber trotzdem. Interessant für die Zukunft wäre natürlich auch, das Ganze einmal zwar sehend, aber ohne die anderen Sinne zu versuchen. Z.B. in absoluter Stille, oder ohne riechen zu können... (Christoph)

Ein Mittagessen im Dunkeln, so dass man nichts mehr sah, wobei ich mir nicht eingestehen wollte, dass ich nichts sah. Ich bildete mir andauernd ein, doch etwas zu sehen. Wenn ich dann aber die Gabel 5cm vor meiner Nase hin und her bewegte und ich nichts erkennen konnte war klar, dass ich wirklich "blind" war. Blind zu sein war eine interessante Erfahrung. Das Sehen musste durch andere Sinne ersetzt werden. Beim Wasser einschenken hörte ich, wie weit wohl der Becher schon gefüllt war, und beim Essen wurde vorallem der Tastsinn stärker beansprucht. Das Essen schmeckte zwar sehr gut, jedoch hatte ich mir vorgestellt, blind viel intensiver zu schmecken, was ich dann nicht so empfand. Als ich wieder ans Tageslicht kam war ich wie benommen und schon wenig Licht blendete mich, ich wünschte mir eine Sonnenbrille. (Alexander)

 
(C) die jeweiligen Autoren last change: 12. Mai 2005