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Weltkrieg G3c

Der Zweite Weltkrieg: Der Verlauf des Krieges (1939-1945)

1. Die Aufteilung Polens
Der Konflikt zwischen Deutschland und Polen wurde zum Anlass des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts vom 23. August wurde am 25. August 1939 ein britisch-polnisches Bündnis in London unterzeichnet. Den Angriffsbefehl hatte Hitler für den 1. September, 4 Uhr 45, erteilt. Da die Westmächte zu ihren Verpflichtungen standen, weitete sich der Überfall auf Polen sofort zum Zweiten Weltkrieg aus.
Am 3. September erklärten England und Frankreich Deutschland den Krieg. Grössere kriegerische Massnahmen folgten jedoch nicht sofort. Dies gab Deutschland die Möglichkeit, mit Hilfe der Luftwaffe und der motorisierten Truppen, besonders der Panzerwaffe, Polen förmlich zu überrennen. Gemäss den Vereinbarungen des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes marschierten am 17. September sowjetische Truppen in Ostpolen ein. In einem am 28. September abgeschlossenen Freundschaftsvertrag zwischen beiden Mächten wurde die neue Interessengrenze zwischen der Sowjetunion und Deutsch1and festgelegt. Danach fiel der grösste Teil Polens, sei es als "Generalgouvernement", sei es als "angegliederte Ostgebiete des Reiches", an Deutsch1and; Ostpolen wurde der Sowjetunion einverleibt. Es war die "vierte Tei1ung" Polens. Deutschland erkannte ausserdem Litauen als sowjetisches Interessengebiet an.
Der Polenfeldzug sollte nicht nur die zwischen beiden Ländern bestehenden strittigen Fragen zugunsten Deutschlands lösen. Ähnlich wie im Vorjahre bei dem Einmarsch in die Tschechoslowakei stiess Deutschland auch jetzt in den ostmitteleuropäischen Raum vor. Die Sowjetunion wollte nicht nachstehen. Stalin dachte vielmehr an die Möglichkeit, den ganzen Raum in ein deutsches und ein sowjetisches Interessengebiet aufzuteilen. Nach der Eröffnung von Feindseligkeiten gegen Finnland (30. November) wurde die Sowjetunion als der Angreifer aus dem Volkerbund ausgeschlossen. Im März musste Finnland Teile der Karelischen Landenge abtreten. Damit endete die erste Phase des Krieges.

2. Der Sieg über Frankreich
Im Jahre 1940 beabsichtigte Hitler, die Westmächte niederzuwerfen und England zu einem Frieden zu zwingen, der ihm die Herrschaft in ganz Europa beliess. Die Voraussetzung war vor allem die Besiegung Frankreichs. Um einem alliierten Landungsunternehmen in Norwegen zuvorzukommen, erfolgte vom 9. April an die deutsche Besetzung Norwegens und Dänemarks, am 10. Mai begann der Feldzug im Westen. Holland und Belgien wurden überrannt, ihre Armeen kapitulierten rasch. In einem überraschenden Siegeslauf wurde Frankreich bereits am 22. Juni zum Waffenstillstand gezwungen. England erwartete die deutsche Invasion. Doch sie unterblieb wie einst diejenige Napoleons. Deutschland begnügte sich - nach Aufgabe der Invasionsvorbereitungen (Unternehmen "Seelöwe") - mit dem U-Boot-Krieg und einer Offensive der Luftwaffe auf englische Städte. Die deutschen Verluste waren erheblich, freilich auch die Versenkungsziffern britischer Schiffstonnage. Das Ziel der zweiten Phase des Krieges wurde nicht erreicht.
Kurz vor dem Waffenstillstand mit Frankreich war Mussolini an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen Frankreich und England eingetreten. Damit wurde auch der Mittelmeerraum in die Auseinandersetzung einbezogen. Italien erstrebte hier die Vorherrschaft, es begehrte von Frankreich vor allem Korsika und Tunis, von England das wichtige Malta. Ende Juni fügte die Sowjetunion Estand, Lettland und Litauen ihrem Staatsverbande ein. Deutsche Truppen sicherten im Oktober die für die motorisierte Kriegführung unentbehrlichen rumänischen Ölfelder.

3. Die Eroberung der Balkanhalbinsel und der Angriff auf die Sowjetunion
Zur Regelung der zwischen Deutschland und der Sowjetunion schwebenden Fragen, vor allem in Südosteuropa, verhandelte Molotow vom 12. bis 14. November in Berlin. Durch die Vorgänge in Rumänien und den am 28. Oktober erfolgten Angriff Mussolinis auf Griechenland trat auch der europäische Südosten erneut in das Blickfeld einer sich immer massloser gebärdenden Machtpolitik der totalitären Staaten. Unter Hinweis auf die Anwesenheit deutscher Truppen in Rumänien forderte Molotow unter anderem die Besetzung bestimmter Stützpunkte in Bulgarien und an den Meerengen durch sowjetische Truppen. Hitler wich aus.
Die Verhandlungen über die Mittelmeer- und Balkanfrage und die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen die Sowjetunion kennzeichnen die dritte Phase des Kriegs. Die Anstrengungen Italiens gegen Griechenland zeitigten keinen Erfolg. Deshalb brachte Deutschland im April 1941 Südosteuropa völlig in seine Hand, nachdem Bulgarien vorher schon besetzt worden war. Die Türkei blieb neutral. Am 13. April schlossen die Sowjetunion und Japan einen Neutralitätsvertrag ab.
Am 22.Juni liess Hitler seine Armeen in Russland verspätet einmarschieren (Barbarossa). Er wollte seinen Lieblingsgedanken verwirklichen und auf Kosten Russlands, vor allem in der Ukraine, Land erobern. Erst nach der Niederwerfung Russlands glaubte er mit England endgültig abrechnen zu können. Aber mit seinem Angriff auf das bolschewistische Russland verschaffte er England den lange ersehnten Bundesgenossen. Die Möglichkeit des Zweifrontenkrieges gegen Deutschland war Wirklichkeit geworden. Die deutschen Heere drangen tief in Russland ein, fast bis nach Leningrad (Petersburg) und Moskau, doch der erwartete rasche und endgültige Sieg blieb aus. Stalin setzte die alten Waffen der russischen Defensive mit in seine Berechnungen ein, denen schon Napoleon erlegen war: die Weite des Raumes, in den sich die russischen Truppen zurückziehen konnten, um sich für die endgültige Entscheidung zu rüsten, den russischen Winter, der dem Vormarsch des Feindes und gerade seinen motorisierten Verbänden eine Grenze setzte, das System der "verbrannten Erde" und den Kampf der Partisanen im Rücken der feindlichen Front gegen deren Nachschub.

4. Die Ausweitung zum Weltkrieg
Der bis Ende 1941 im Wesentlichen auf Europa beschränkte Krieg wuchs sich im Dezember dieses Jahres durch den Angriff Japans auf die Vereinigten Staaten und England zum Weltkrieg aus. Am 7. Dezember vernichtete die japanische Marine-Luftflotte einen bedeutenden Teil der in Pearl Harbor (Hawaii-Inseln) befindlichen amerikanischen Seestreitkräfte. Deutschland und Italien beeilten sich, ihrerseits den Vereinigten Staaten den Krieg zu erklären, zumal diese wie im Ersten Weltkrieg von Anfang an in steigendem Masse den Westmächten Unterstützung geliehen hatten. In einem Blitzkrieg eroberte Japan die Philippinen, Hinterindien, Singapur, Niederländisch-Indien und wichtige Stützpunkte Amerikaner im Stillen Ozean. Das japanische Grossreich in Ostasien schien Wirklichkeit zu werden.
Das Jahr 1942 sah die deutschen Truppen noch einmal in siegreichem Vormarsch in Südrussland bis zur Wolga und zum Kaukasus und an der Seite Italiens in Nordafrika bis in die Nähe von Alexandria. Doch der darauffolgende Winter brachte die endgültige Wende.

5. Kriegswende und Kapitulation Deutschlands und Japans
In Russland erlitten die deutschen Truppen die schwere Niederlage bei Stalingrad (Januar/Februar 1943). Kurz vorher waren britischen und amerikanische Truppen in Marokko und Algerien gelandet. Goebbels proklamierte darauf den „totalen Krieg“, der die gesamte Arbeits- und Wirtschaftskraft Deutschlands zur höchsten Leistung steigern sollte. Im Mai 1943 kapitulierten die deutsch-italienischen Truppen in Tunis. Schwere angloamerikanische Luftangriffe trugen Zerstörung und Vernichtung in zahlreiche deutsche Städte. Im September 1943 ging Italien in das Lager der Gegner Deutschlands über, nachdem amerikanische und britische Truppen in Unteritalien gelandet waren. Am 4. Juni 1944 war Rom in amerikanischer Hand. Am 6. Juni begann die Invasion der amerikanischen und englischen Truppen in Frankreich, am 25. August besetzten sie Paris. Auch in Russland mussten die Fronten immer weiter zurückverlegt werden. In Ostasien gewannen die Amerikaner wieder Raum und landeten auf den Philippinen.
Das Jahr 1945 sah die Kämpfe bereits auf deutschem Boden. Am 25. April vereinigten sich amerikanische und sowjetische Truppen bei Torgau. Mussolini wurde am 28. April durch italienische Partisanen erschossen, zwei Tage später endete Hitler in der Reichskanzlei durch Selbstmord. Am 7. und 9. Mai erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht, der am 23. Mai die Absetzung der Regierung des Grossadmirals Dönitz folgte, den Hitler zu seinem Nachfolger bestimmt hatte.
Nachdem Japan, dem die Sowjetunion noch zuletzt am 8. August den Krieg erk1ärt hatte, insbesondere durch den Abwurf zweier amerikanischer Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vollends niedergerungen war, kapitulierte auch dieses Land.

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(C) die jeweiligen Autoren last change: 25. September 2006